Seit er in Erscheinung getreten ist, hat der Mensch ständig neue Wege der Kommunikation erfunden. Lange vor Sprache und Schrift benutzte er Symbole. Darunter Zeichnungen und vereinfachte grafische Darstellungen, aber auch Farbe.

Inmitten der verschiedenen Zeichen- und Symbolsysteme, die die Kommunikation zwischen einzelnen Personen (oder Gruppen einzelner Personen) gewährleisten und ermöglichen, spielen Farben eine gewichtige Rolle, um zwischenmenschliche Beziehungen zu fördern. Dadurch, dass sie selbst ein Teil unserer Welt sind, und weil jede Lebensform auf sie zurückgreift, sind Farben universell.

Leben ist von Farbschwankungen abhängig: Manche Tiere fallen nicht auf, indem sie mit ihrer Umgebung verschmelzen, um ihren Jägern zu entkommen, wohingegen so manches Raubtier Farbe zur Einschüchterung benutzt. Manche ziehen sich gegenseitig an, andere verscheuchen sich.

Bei uns Menschen ist es genauso: Wir werden von Farben beeinflusst und, bewusst oder unbewusst, leiten sie unsere Reaktionen und Wünsche. Neben der Wörtersprache und der Körpersprache gibt es auch die Sprache der Farben. Auf individueller Ebene gebrauchen wir sie für unsere äußere Erscheinung, auf kollektiver Ebene, um etwas mitzuteilen.

Von unserer Kleiderauswahl bis zu Hinweisen, wo genau öffentliche Bereiche enden, geben Farben Anregungen und lenken uns in eine bestimmte Richtung.
In zahlreichen Bereichen wie Werbung und Marketing, Piktogrammen und Logos… geben wir Konzepten einen Sinn, die durch Worte nicht ausgedrückt werden.

Für den Produktdesignsektor bedeutet dies demnach, ungeachtet der jeweiligen Sparte, dass Farbe zur echten Herausforderung wird: Sie spricht zuallererst, wird von jedem verstanden und direkt wahrgenommen, noch vor der Form oder dem Ertasten des hergestellten Produkts.

Somit spielt sie eine herausragende Rolle und schlägt sich direkt oder indirekt auf die Verkaufszahlen nieder, da sie im weitesten Sinn eine beschwörende Macht besitzt, die entscheidet, ob ein Produkt gefällt oder nicht. Ein Produkt wird durch seine Farbe definiert, egal in welchem Geschäftsbereich: Auto, Möbel, Lederwaren, Telefonwesen, Vertrieb…

Doch Farbe beschränkt sich nicht darauf, Neuheiten ins rechte Licht zu rücken, sie ermöglicht zum Beispiel auch, Basisprodukte (erneut) aufzuwerten und deren Verkaufszahlen zu steigern. Glaubt man den Studien, die in „Psychologie de la couleur (Farbpsychologie)“ – Skilled – Mai 2007 veröffentlicht wurden, hat man sich in nur 90 Sekunden ein Bild von einem Produkt gemacht, und in 62 % bis 90 % der Fälle geschieht dies anhand der Farbe. In 60 % der Fälle ist die Farbe außerdem der Auslöser für den Kauf, und 84,7 % der Verbraucher geben an, dass sie sich beim Einkauf in erster Linie von der Farbe leiten lassen. So können sich beispielsweise 2/3 der Verbraucher nicht für ein elektrisches Haushaltsgerät begeistern, wenn es nicht in der gewünschten Farbe daherkommt…

Doch Farbe geht über eine Studie, die sich Produktserien und Kollektionen widmet, hinaus – sie sorgt praktisch dafür, dass sich eine Marke von einer anderen unterscheidet: Erst durch die „DNA“-Farbe wird ein einheitliches Markenbild gewährleistet. Farbe ist nicht nur in der Symbolik der Unternehmenswerte einfach zu verwenden, sie ist auch die einzige Verbindung zwischen Stilrichtung, Marketing und Kommunikation: Markenreferenz, Logo, Merchandising, Werbung, usw.

Da die Farbe das Material und die Verarbeitung hervorhebt, können durch ein frühzeitiges Einbinden der Farbe in den Design-Überlegungsprozess die Erwartungen von Verbrauchern weltweit vorausgeplant werden. Doch auch wenn Farbe eine strategische Herausforderung ist, wie kann man sichergehen, dass Produktfarben letztendlich den Wünschen der Verbraucher entsprechen? Wie können Material und Verarbeitung Basisfarben auffrischen? Wie kann man Farbsortimente aufeinander abstimmen, zeitlose Elemente neu auflegen oder neue Produktserien entwickeln?

Das Thema Farbe unter dem Gesichtspunkt der kreativen und strategischen Vorausplanung anzugehen bedeutet, dass Design auf internationaler Ebene neu gestaltet wird. Dadurch, dass Designer und Vermarkter alle möglichen Nuancen durchspielen, um nur einige wenige davon zurückzubehalten, bringen sie Eingebungen, Stilrichtungen und soziologische Prognosen zusammen, um die Farben von morgen zu entwickeln. Diese gemeinschaftlichen Recherchen bringen Entscheidungen zustande, die zu marktführenden Trends werden.

Cotting schlägt Ihnen vor, die Analysen jeden Monat auf der Basis dieser Denkweise weiter auszuführen.

 

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